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Fenster austauschen: Kosten, Förderung, Ablauf 2026

PVC, Holz und Aluminium im direkten Vergleich — mit U-Werten, Preisen pro Stück, Einbruchschutz, Förderung und Einbau-Ablauf. Geschrieben vom Glasermeister, der Fenster selbst misst, bestellt und einbaut.

📅 Aktualisiert: Juni 2026 Lesezeit: ca. 9 Minuten ✍️ Von Helge Kalies, Glasermeister

1. Wann sich ein Fenstertausch lohnt

Fenster altern langsamer als die meisten Menschen denken — und doch gibt es klare Signale, wann ein Austausch wirtschaftlich und sicherheits­technisch sinnvoll ist. Wenn mindestens einer der folgenden Punkte auf Ihre Fenster zutrifft, sollten Sie einen Austausch prüfen lassen:

  • Alter über 20 Jahre: Ab diesem Alter ist die Verglasung veraltet, Dichtungen werden spröde und der U-Wert liegt deutlich über heutigen Standards.
  • Zugluft und Kondensat zwischen den Scheiben: Ein klarer Hinweis auf defekte Isolierverglasung oder undichte Anschlüsse.
  • Doppelverglasung statt Dreifach: Wer heute noch 2-fach-Isolierglas hat, zahlt über die Heizrechnung monatlich drauf.
  • Kalte Innenflächen und Schimmel in den Ecken: Alte Fenster sind typische Schimmelquellen im Sockelbereich.
  • Kein Einbruchschutz: Fenster ohne Pilzkopfverriegelung sind ein leichtes Opfer.

Alte Fenster sind für 15 bis 30 Prozent der Wärmeverluste eines Gebäudes verantwortlich. Der Austausch auf moderne Dreifach-Wärmeschutzverglasung senkt die Heizkosten um 100 bis 300 Euro pro Jahr und erhöht gleichzeitig den Wohnkomfort — keine Zugluft mehr, wärmere Innenflächen, weniger Außenlärm.

2. Was kostet ein neues Fenster? — Preise 2026

Die Kosten für ein neues Fenster hängen vor allem vom Rahmenmaterial, der Verglasung, der Größe und Sonderausstattung ab. Die folgende Tabelle zeigt Richtpreise pro Stück inklusive Einbau für ein Standard-Wohnzimmerfenster (ca. 1,20 m × 1,35 m) mit Dreifachverglasung:

Material Preis/Stück (inkl. Einbau) U-Wert (Rahmen) Lebensdauer
PVC (Kunststoff) 400 – 750 € 1,1–1,3 W/m²K 30–40 Jahre
PVC mit Alu-Schale 550 – 900 € 1,0–1,2 W/m²K 35–45 Jahre
Holz 600 – 1.200 € 0,9–1,1 W/m²K 40–60 Jahre
Holz-Aluminium 800 – 1.500 € 0,8–1,0 W/m²K 45–60 Jahre
Aluminium 800 – 1.800 € 1,1–1,5 W/m²K 50+ Jahre
Dachfenster (Velux/Roto) 700 – 2.000 € 1,0–1,2 W/m²K 30–40 Jahre

Richtpreise Stand Anfang 2026 für Standardgrößen. Sonderformen (Rundbogen, Dreieck, Schiebe-Elemente), große Flächen ab 2 m² und zusätzliche Ausstattung erhöhen den Preis.

Zusatzkosten
  • RC2-Einbruchschutz: +120 bis 280 € pro Fenster
  • RC3-Einbruchschutz: +250 bis 450 € pro Fenster
  • Schallschutz (SK3, bis 40 dB): +100 bis 220 € pro Fenster
  • Elektrische Fensteröffnung / Rauchabzug: +400 bis 800 € pro Stück
  • Insektenschutz (Rahmen- oder Rollosystem): +90 bis 250 € pro Fenster

3. PVC vs. Holz vs. Aluminium — welches Material?

PVC — bezahlbar und pflegeleicht

Kunststofffenster (PVC) sind die Einsteiger-Variante mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie sind wartungsarm, verwindungsarm und in zahlreichen Dekorfarben und Holzoptiken erhältlich. Moderne PVC-Profile haben Mehrkammer-Systeme (5–7 Kammern), die einen guten U-Wert erreichen. Vorteile: günstig, wartungsarm, formstabil. Nachteile: weniger edle Optik, begrenzte Farbauswahl bei verbesserungsfähiger Beständigkeit dunkler Töne. Typische Lebensdauer: 30–40 Jahre.

Holz — warm, edel, nachhaltig

Holzfenster aus Kiefer, Eiche oder Meranti sind Naturprodukte mit exzellenter Wärmedämmung und edler Haptik. Sie erreichen die besten U-Werte aller Materialien. Holz ist zudem nachwachsend und vollständig recycelbar. Vorteile: beste Dämmwerte, edle Optik, Nachhaltigkeit. Nachteile: alle 5–8 Jahre Streichen nötig, empfindlich gegen ständige Feuchtigkeit (Bad-Bereich), preislich im oberen Drittel. Lebensdauer bei guter Pflege: 40–60 Jahre.

Holz-Aluminium — das Beste aus beiden Welten

Ein Holzrahmen innen sorgt für Wärmedämmung und Wohnqualität, eine Aluminiumschale außen übernimmt den Witterungsschutz und eliminiert den Streich-Aufwand. Diese Kombination ist bei anspruchsvoller Architektur und gehobenem Budget die erste Wahl. Vorteile: wartungsarm, edle Optik, exzellente Dämmwerte. Nachteile: teuer. Lebensdauer: 45–60 Jahre.

Aluminium — schlanke Profile, moderne Optik

Aluminiumfenster erlauben besonders schlanke Rahmenprofile und große Glasflächen — ideal für moderne Architektur, Wintergärten und lichtdurchflutete Räume. Aluminium ist wartungs­frei, korrosionsbeständig und extrem langlebig. Mit thermischer Trennung (PA-Steg) sind auch gute U-Werte erreichbar, sie bleiben aber leicht hinter Holz. Vorteile: schlanke Profile, wartungsfrei, langlebig. Nachteile: teurer, U-Wert etwas schlechter. Lebensdauer: 50+ Jahre. Mehr zu allen Fenstertypen unter Glaser­arbeiten →

4. U-Wert und Verglasung verständlich

Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) gibt an, wie viel Wärme durch einen Quadratmeter Bauteil entweicht — gemessen in Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m²K). Je niedriger, desto besser. Für Fenster unterscheidet man:

  • Ug-Wert: Verglasung allein (heute 0,5–0,7 W/m²K bei Dreifachverglasung)
  • Uf-Wert: Rahmen allein (0,9–1,5 W/m²K je nach Material)
  • Uw-Wert: das gesamte Fenster aus Glas und Rahmen — die entscheidende Kennzahl

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) fordert für Neubauten und geförderte Sanierungen einen Uw-Wert von höchstens 1,1 W/m²K. Die BAFA-Förderung für Einzelfenster fordert sogar 0,95 W/m²K. Realistisch erreichbar mit Dreifach-Wärmeschutzverglasung: 0,7 bis 0,9 W/m²K. Der Sprung von Doppel- auf Dreifachverglasung bringt etwa 30 bis 40 % weniger Wärmeverlust — der Unterschied macht sich in der Heizrechnung bemerkbar.

Gut zu wissen: Neben der Verglasung entscheidet der Rahmen über bis zu 25 % des Uw-Wertes. Ein hochwertiger Holzrahmen mit Dreifachglas erreicht Uw-Werte um 0,7 — das ist Energiesparen auf höchstem Niveau.

5. Einbruchschutz: RC2 und RC3

Einbruchschutz ist kein Luxus — in Deutschland wird alle 90 Sekunden eingebrochen, und in über 40 % der Fälle sind Fenster die Einstiegsstelle. Die Widerstandsklassen (RC = Resistance Class) nach DIN EN 1627 sagen aus, wie lange ein Fenster einem Eindringling standhält:

  • RC2 (Gelegenheitstäter): Widersteht der physischen Einwirkung mit einfachem Werkzeug (Schraubendreher) mindestens 3 Minuten. Ausstattung: Pilzkopfverriegelung, Sicherheitsbeschläge, VSG-Verglasung. Mehrwert: +120 bis 280 €/Fenster. Empfehlung für alle zugänglichen Fenster im Erdgeschoss.
  • RC3 (gezieltes Eindringen): Widersteht Werkzeug wie Hammer, Meißel, Axrt mindestens 5 Minuten. Ausstattung wie RC2 plus verstärkter Verglasung und schwereren Beschlägen. Mehrwert: +250 bis 450 €/Fenster. Empfehlung für leicht erreichbare, einbruchgefährdete Fenster.

Einbruchschutz lohnt sich nicht nur wegen der Sicherheit, sondern auch wegen der Versicherung: Viele Hausratversicherungen honorieren RC2-Ausstattung mit bis zu 10 % Beitragsermäßigung. Wir beraten Sie, welche Fenster RC2 oder RC3 brauchen und wo der Standard ausreicht.

6. Förderung für neue Fenster

Der Staat fördert den Fenstertausch, sofern er energetisch sinnvoll ist. Zwei Programme sind relevant:

  • BAFA Einzelmaßnahme Fenster: bis zu 20 % Zuschuss, wenn die neuen Fenster einen Uw-Wert von maximal 0,95 W/m²K haben. Höchstförderung: 12.000 Euro pro Gebäude.
  • KfW Effizienzhaus-Sanierung (Programm 261): Im Rahmen einer Komplettsanierung werden Fenster mit bis zu 20 % gefördert.

Wichtig: Der Antrag muss vor Auftragsvergabe gestellt werden — wer erst bestellt und dann fördert, geht leer aus. Details auf der Seite Förderberatung →

7. Ablauf: vom Angebot bis zum Einbau

Ein gut geplanter Fenstertausch dauert von der ersten Anfrage bis zum fertigen Einbau etwa 4 bis 8 Wochen — hauptsächlich wegen der Produktionszeit der Fenster. So läuft es bei uns:

  • Schritt 1 — Kostenlose Beratung: Sie schildern Ihr Anliegen, ich höre zu und gebe eine erste Einschätzung zum Material, Verglasung und Fördermöglichkeiten.
  • Schritt 2 — Aufmaß vor Ort: Ich messe jedes Fenster exakt nach, prüfe die Laibungen, den Zustand der alten Fenster und die Anschlussdetails.
  • Schritt 3 — Festpreis-Angebot: Sie erhalten ein schriftliches Angebot mit klaren Kosten, Materialien und Lieferzeit. Innerhalb von 3 Werktagen.
  • Schritt 4 — Förderantrag (vor Auftragsvergabe!): Wenn gewünscht, unterstützen wir beim BAFA-Antrag. Warten Sie mit der Auftragsbestätigung, bis der Antrag bewilligt ist.
  • Schritt 5 — Produktion: 4 bis 6 Wochen Lieferzeit, bei Sonderformen auch länger.
  • Schritt 6 — Einbau: Pro Wohnraum ca. 1 bis 2 Stunden. Ein komplettes Einfamilienhaus (8–10 Fenster) ist an 1 bis 2 Tagen fertig. Wir reinigen Laibungen, bringen Dichtungen fachgerecht an und entsorgen die alten Fenster.
  • Schritt 7 — Abnahme: Funktionstest, Dichtigkeitsprüfung, Übergabe der Rechnung und Garantie­unterlagen.

8. Rechenbeispiel: 8 Fenster für ein Einfamilienhaus

Nehmen wir ein typisches Einfamilienhaus mit 8 Fenstern (6 Wohnraumfenster, 1 Terrassentür, 1 Dachfenster). Vergleichsrechnung für PVC, Holz und Holz-Aluminium:

Material Gesamtkosten (8 Fenster) nach BAFA-Förderung
PVC 4.500 – 6.500 € 3.600 – 5.200 €
Holz 6.500 – 10.000 € 5.200 – 8.000 €
Holz-Aluminium 8.000 – 13.000 € 6.400 – 10.400 €

Geschätzt mit RC2-Einbruchschutz für alle Erdgeschossfenster, Dreifachverglasung und Standardgrößen. Bei diesen Investitionen amortisiert sich der Fenstertausch allein über die Heizkostenersparnis in 15 bis 25 Jahren — die nicht-monetären Vorteile (Wohnkomfort, Sicherheit, Wertsteigerung) kommen oben drauf.

Häufige Fragen

Fenstertausch — häufige Fragen

Ein neues Fenster kostet inklusive Einbau 2026 etwa 500 bis 1.500 Euro pro Stück. PVC-Fenster beginnen bei 400 bis 700 Euro, Holzfenster bei 600 bis 1.200 Euro, Aluminium-Fenster bei 800 bis 1.800 Euro. Dreifachverglasung, Einbruchschutz RC2 und Sonderformen schlagen mit jeweils 100 bis 300 Euro pro Fenster zu Buche.
Ein Fenstertausch lohnt sich, wenn Ihre Fenster älter als 20 Jahre sind, noch Doppel- statt Dreifachverglasung haben, Zugluft auftritt oder der U-Wert über 1,3 W/m²K liegt. Alte Fenster sind für 15 bis 30 Prozent der Wärmeverluste eines Gebäudes verantwortlich. Mit neuen Fenstern (U-Wert 0,9 bis 1,1) sparen Sie pro Jahr 100 bis 300 Euro Heizkosten — bei gleichzeitig erhöhtem Wohnkomfort und Sicherheit.
Die BAFA-Bundesförderung für Einzelmaßnahmen Fenster gibt bis zu 20 Prozent Zuschuss, wenn der U-Wert der neuen Fenster höchstens 0,95 W/m²K beträgt. Die Höchstförderung liegt bei 12.000 Euro. Wichtig: Der Antrag muss vor Auftragsvergabe gestellt werden. Innerhalb einer Sanierung zum Effizienzhaus fördert die KfW ebenfalls. Mehr unter Förderberatung →
Für Neubauten und geförderte Sanierungen gilt nach Gebäudeenergiegesetz (GEG) ein U-Wert von höchstens 1,1 W/m²K für Fenster. Die BAFA-Förderung für Einzelfenster fordert sogar 0,95 W/m²K. Realistisch sind mit Dreifach-Wärmeschutzverglasung Werte zwischen 0,7 und 0,9 W/m²K — je nach Rahmenmaterial. Holz erreicht die besten Werte.
RC2 (Resistance Class 2) ist eine Widerstandsklasse nach DIN EN 1627 für erhöhten Einbruchschutz. Ein RC2-Fenster widersteht einem Gelegenheitstäter mit einfachem Werkzeug mindestens 3 Minuten. Es hat Mehrfachverriegelung, Pilzkopfverriegelung und Sicherheitsverglasung (VSG). Gegen Aufpreis von 250 bis 450 Euro ist RC3 (gezieltes Eindringen mit Werkzeug, mind. 5 Minuten) möglich. Empfehlung für alle zugänglichen Erdgeschossfenster.
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