1. Personen und Gebäude sichern
Bringen Sie Menschen und Tiere zuerst aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich. Wenn Wasser eintritt, stellen Sie Eimer oder Wannen auf, räumen empfindliche Möbel weg und schalten Sie Strom in betroffenen Bereichen nur dann ab, wenn das gefahrlos möglich ist. Betreten Sie keine feuchten Deckenbereiche, wenn unklar ist, ob die Konstruktion noch trägt.
Bei herabfallenden Teilen, offenem Dach oder sichtbaren Schäden an Leitungen sollte der Bereich abgesperrt werden. Das Ziel ist nicht, sofort perfekt zu reparieren, sondern Folgeschäden und Gefahren zu begrenzen.
2. Schaden dokumentieren
Fotografieren Sie den Schaden von sicherem Boden aus. Hilfreich sind Übersichtsaufnahmen des Gebäudes, Detailfotos von abgedeckten Pfannen, beschädigten Anschlüssen, Feuchtigkeitsspuren und Innenräumen. Notieren Sie Datum, Uhrzeit und Wetterlage. Bewahren Sie beschädigte Teile auf, wenn das ohne Risiko möglich ist.
Für Versicherung und Handwerker ist eine klare Dokumentation wertvoller als hektische Eigenreparaturen. Auch provisorische Sicherungen sollten nach Möglichkeit fotografiert werden.
3. Versicherung informieren
Melden Sie den Schaden zeitnah Ihrer Gebäudeversicherung. Viele Verträge enthalten Vorgaben zur Schadenmeldung und zur Schadenminderung. Fragen Sie nach, welche Unterlagen benötigt werden und ob eine Freigabe vor größeren Reparaturen erforderlich ist.
Bei Sturm geht es häufig um Windstärke, Schadenbild und Folgeschäden. Wetterdaten, Fotos und eine fachliche Einschätzung helfen, die Situation nachvollziehbar zu machen.
4. Provisorische Sicherung beauftragen
Wenn Dachfläche, Dachfenster, Rinnen, Blechanschlüsse oder Fenster beschädigt sind, sollte zuerst eine provisorische Sicherung geprüft werden. Möglich sind zum Beispiel Abdeckung mit geeigneten Planen, Sicherung loser Teile oder eine temporäre Abdichtung. Was sinnvoll ist, hängt vom Schadensbild und von der Witterung ab.
Eine provisorische Sicherung ist keine endgültige Sanierung. Sie verschafft Zeit, um Material, Umfang, Versicherung und dauerhafte Reparatur sauber zu klären.
5. Dauerhafte Reparatur planen
Nach der ersten Sicherung wird geprüft, ob einzelne Pfannen, Anschlüsse, Dachfenster, Unterspannbahn, Holzbauteile oder Innenbereiche betroffen sind. Erst danach lässt sich ein belastbarer Preisrahmen nennen. Bei älteren Dächern kann ein scheinbar kleiner Schaden auf weitere Schwachstellen hinweisen.
Für eine sinnvolle Anfrage helfen Fotos, Adresse, Schadensbeschreibung, Versicherungshinweise und die Information, ob bereits Wasser im Gebäude sichtbar ist.
Was Sie besser vermeiden
Bitte legen Sie keine schweren Gegenstände auf Dachflächen, ziehen Sie keine losen Bauteile ab und öffnen Sie keine Dachbereiche, wenn nicht klar ist, wie die Fläche wieder geschützt wird. Auch scheinbar kleine Eingriffe können die Dichtung verschlechtern oder den Schaden für die Versicherung schwerer nachvollziehbar machen.
Wenn Wasser bereits in Dämmung oder Innenausbau eingedrungen ist, sollte nicht nur die sichtbare Stelle betrachtet werden. Feuchte Dämmung, nasse Holzbauteile und beschädigte Anschlüsse müssen fachlich eingeordnet werden, damit keine späteren Schimmel- oder Folgeschäden entstehen.
Reparatur oder größere Sanierung?
Eine punktuelle Reparatur reicht oft, wenn einzelne Pfannen, kleinere Anschlussbereiche oder klar abgegrenzte Bauteile betroffen sind. Eine größere Maßnahme wird eher relevant, wenn mehrere Dachbereiche geschädigt sind, die Unterspannbahn offenliegt, Holzbauteile sichtbar betroffen sind oder ältere Vorschäden hinzukommen.
Genau deshalb ist die Reihenfolge wichtig: erst sichern, dann dokumentieren, dann prüfen, dann dauerhaft reparieren. So entsteht kein überhasteter Auftrag, sondern eine nachvollziehbare Entscheidung.
Checkliste für Ihre Anfrage
- Adresse und Telefonnummer angeben.
- Schaden kurz beschreiben: Dach, Fenster, Rinne oder Innenraum.
- Fotos von außen und innen mitschicken, wenn vorhanden.
- Wetterereignis, Datum und Uhrzeit notieren.
- Versicherungsnummer oder Schadenmeldung bereithalten, falls vorhanden.